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Deshalb melden sich ständig so viele An und Ab im Fitnessstudio

Frau hat sich im Fitnessstudio angemeldet und trainiert.

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An- und Abmelden im Fitnessstudio – warum können sich die Leute nicht entscheiden?

Bohnenstange, Spargel-Tarzan, Lauch: Gemüse ist gesund und lecker, aber wer wird schon gerne als solches bezeichnet? Gegen zu wenig Muskelmasse, eine weiche Figur (die dann eher an einen weichgekochten Kohlkopf denn an den Lauch erinnert) hilft nur Sport. Und zwar heftiger Sport. So, wie man ihn im Fitnessstudio unter mehr oder weniger fachkundiger Anleitung betreiben kann. Aber anstrengend ist das dann schon – wer geht da schon regelmäßig hin? Nach ein paar Monaten Beitrag und ohne tatsächlich Sport zu treiben melden sich viele wieder ab. An- und Abmelden im Fitnessstudio ist schließlich leicht … Zu leicht?

Boomende Branche in schwierigen Zeiten

Aktuell sind die meisten Fitnessstudios in Deutschland schlicht geschlossen, denn der Sport in der Gruppe auf engem Raum ist verboten. Viele Studios versuchen zu retten, was noch zu retten ist, und bieten Kurse online an. Was erst einmal nach moderner Technik klingt, ähnelt bei genauem Hinsehen dann doch irgendwie der Telegymnastik der 1980er Jahre … Und schwierig ist es dann doch, denn die von vielen Menschen geschätzte Rückmeldung von fachlich versierten Trainern und Trainerinnen fehlt, die Geräte stehen zu Hause eben doch nicht herum, und wer macht schon gerne Sport nach „Turnvater Jan“? Dabei sind Eigengewichtsübungen, Neudeutsch und modern Calisthenics genannt, sogar sehr gesund und effizient sowohl für den Muskelaufbau als auch für einen effizient und zuverlässig arbeitenden Bewegungsapparat. Dennoch: An- und Abmelden im Fitnessstudio ist eines. Es fehlt einfach die Motivation, die Sportsachen zu packen und sich tatsächlich zu bewegen.

Das Ziel: Treppen steigen ohne Atemlosigkeit. Oder wenigstens ohne Pausen auf jeder zweiten Stufe.

Allein: Durch die Anmeldung im Fitnessstudio wird dieses Ziel nicht erreicht. Jede Ausrede ist recht, um sich nach der ausgefüllten Anmeldung nie wieder in der „Muckibude“ blicken zu lassen. So teuer sind die Verträge nicht, die Tageszeitung frei Haus kostet meist mehr. Aber dann regnet es, da jagt man doch keinen Hund vor die Tür! Und überhaupt: Mit einer Erkältung soll man keinen Sport machen. Von blauen Flecken über Migräne bis hin zu Stress im Büro und zur überfälligen Steuererklärung (die in der für das Fitnessstudio reservierten einen Stunde am Abend ohnehin nicht gemacht wird) ist jede Ausrede willkommen. Ist ja sowieso zu anstrengend, sich die zwei Stockwerke nach unten zu quälen und mit dem Auto zum Studio zu fahren.

Dabei ist das Argument für die Anmeldung im Fitnessstudio oft ganz logisch: Wer einmal angemeldet ist und zahlt, der geht auch hin. Man zwingt sich also quasi selbst, setzt sich die Pistole auf die Brust. Das Geld wird investiert – also muss man auch etwas dafür bekommen. Das war vielleicht früher mal ein Argument. Heute ist An- und Abmelden im Fitnessstudio eins, denn die Studios werben hart um Kunden und Kundinnen.

Kostenlose Probetrainings, weniger Mitgliedsbeitrag während der ersten drei Monate und andere Fallen

Der Einstieg in ein sportliches, gesundes und vor allem bewegtes Leben soll so niedrigschwellig wie möglich sein. Das empfiehlt nicht nur der Hausarzt, sondern auch Spezialisten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und andere Zivilisationskrankheiten predigen seit Jahrzehnten, dass die Menschheit sich mehr bewegen soll. Und die Fitnessstudios wollen Kundschaft gewinnen. Hier steht also ausnahmsweise mal ein gesundheitlich sinnvolles Argument hinter den Marketingaktionen. Wer sich anmeldet, darf während der ersten Monate kostenlos trainieren – Abmeldung jederzeit möglich. Da ist An- und Abmelden im Fitnessstudio Pirmasens natürlich attraktiv. Denn ist die Probezeit abgelaufen, winkt das nächste Studio mit einer Promo-Aktion.

Gegen den Trend: Einfach mal eine Sache durchziehen

Auch wenn es völlig aus der Mode gekommen ist, sich festzulegen: Vielleicht sollte man einfach mal Nägel mit Köpfen machen. Sich festlegen. Und die Sache dann tatsächlich durchziehen. Wie cool wäre das denn, wenn künftig nicht nur die chicen Eingangsportale und Anmeldeformulare für das Fitnessstudio (inklusive rot markierter Sonderkonditionen) auf Instagram und in anderen sozialen Netzwerken geteilt würden, sondern tatsächlich das letzte Laborergebnis mit den verbesserten Blutwerten, das noch am Rotkohl, pardon, Körper klebende verschwitzte Trainingshemd oder die Schwielen an den Händen von zu viel ungewohntem Bankdrücken? Muss ja niemand erfahren, dass die Stange ohne Gewichte gestemmt wurde …

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