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Gehaltsabrechnung Schifffahrt- Besondere Anforderungen!

Die Gehaltsabrechnung in der Schiffahrt gehört zu den kompliziertesten rechtlichen Konstrukten im Bereich von Lohn und Gehalt.

Was ist die Heuer im Seerecht?

 

Der Lohn eines Seemanns wird als Heuer bezeichnet. Früher wurden Heuerverträge recht einfach geschlossen. Der Vertrag wurde durch Zuruf zwischen Kapitän und Seemann mündlich geschlossen. Diese recht lockere Art ist nicht nur aus heutiger Sicht außergewöhnlich. Bereits damals war es üblich, schriftliche Verträge in der Geschäftswelt zu tätigen. Egal, ob es sich dabei um eine Anstellung bei einem Unternehmen, der Ausbildung eines Lehrlings durch seinen Arbeitgeber oder die Übertragung eines Kaufgegenstands zwischen einem Kaufmann und einem Käufer handelte. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ein Seemann meist wochenlang auf hoher See unterwegs ist. Eine leichtfertig angenommene Heuer konnte so durchaus langfristige und ernste Konsequenzen haben, wenn man sich seinen Arbeitgeber nicht gut genug aussuchte.

Wie wird das Gehalt eines Seemanns heute gehandhabt?

 

Durch die Weiterentwicklung des Rechtsstaats sind Heuerverträge in der damaligen Form heute nicht mehr üblich. Im Gegenteil. Was früher durch einen einfachen Zuruf  abgeschlossen wurde, gehört aktuell zu den kompliziertesten Methoden der Gehaltsabrechnung.
Die Heuer ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Das ist in etwa vergleichbar mit Tarifverträgen in anderen Unternehmen, die dem Mitarbeiter eine Entlohnung in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren eines Jobs ermöglichen.

Faktoren, die den Lohn eines Seemanns bestimmen:

  • Durchschnittsheuer (zu erfahren in der D-Heuer Tabelle)
  • Größe des Schiffs
  • Unter welcher Flagge das Schiff fährt
  • In welchen Gebieten das Schiff fährt
  • Um welchen Schiffstyp handelt es sich

Der Lohn wird außerdem davon beeinflusst, ob der Seemann Mitglied in einer Gewerkschaft ist und sein Arbeitgeber Mitglied eines Tarifverbands ist und ob diese im Heuervertrag berücksichtigt werden. Neben diesen Regeln greifen noch weitere, vor allem gesetzliche Rahmenbedingungen: Sonderzulagen, Sozialversicherungsbeiträge, Krankengeld, etc.

 

Warum es sinnvoll sein kann, die Gehaltsabrechnung in der Schifffahrt auszulagern

 

Die Gehaltsabrechnung Schifffahrt gehört zu den kompliziertesten rechtlichen Konstrukten im Bereich von Lohn und Gehalt. Als Reeder oder Kapitän steht man nun vor der Frage, ob sich die eigenen Mitarbeiter oder ein spezialisierter Dienstleister um die Lohnbuchhaltung kümmern sollen.

Aus unternehmerischer Sicht ist es in der Regel unrentabel, eigene kaufmännische Mitarbeiter dafür vorzuhalten. Diese würden kaum ausgelastet sein mit der monatlichen Lohnabrechnung. Außerdem sind die Kosten für regelmäßige Weiterbildungen in diesem Bereich kostspielig. Sollte der Mitarbeiter kündigen oder längere Zeit ausfallen (Krankheit, Unfall), so hat man außerdem das Problem, rechtzeitig einen Ersatz zu finden und einzuarbeiten.

Ein externer Dienstleister löst diese Probleme. Er kann die Lohnabrechnung und Buchhaltung günstig anbieten, da er zum Beispiel nur einmal eine Weiterbildung für seine Mitarbeiter zahlen muss, die Kosten dafür sich aber auf tausende von Abrechnungen aufteilen, damit also pro Lohnabrechnung verschwindend gering.

Zudem hat der Dienstleister ein Team, welches die Arbeit der Berechnung des Lohns erledigt. Fällt ein Kollege aus, so ist das meist kein Problem, da andere Mitglieder des Teams dessen Job übernehmen können.

 

Unser Fazit

 

Als Kapitän oder Reeder sollten Sie sich auf Ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Das Auslagern der Berechnung von Lohn gehört zu den Tätigkeiten, die nicht zu den Kernkompetenzen gehören. Dienstleister bieten spezialisierte Lohnbuchhaltung, welche eine gute Alternative zur Unterhaltung einer eigenen Abteilung zur Durchführung der Gehaltsabrechnung sind.

 

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