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Psychologische Effekte bei einem Teamevent

In diesem ausführlichen Beitrag erfahren Sie detailliert alles wissenswerte über Psychologische Effekte bei einem Teamevent

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Teamevents können positive wie negative psychologische Effekte haben. Es kommt auf Art und Häufigkeit von Teamevents an. Positive psychologische Effekte dienen dem Teambuilding. Sie ermöglichen ein gemeinsames Erforschen des Teamgeistes unter verschiedenen Bedingungen. Es kann jedoch auch unter den Mitarbeitern zu Ärger kommen. der Grund: Teamevents finden häufig in der Freizeit oder am Wochenende statt. Für viele Mitarbeiter ist die Freizeit ein Tabubereich. Man möchte sich in seiner freien Zeit der Familie, privaten Verpflichtungen und der Regeneration widmen.

Mitarbeiter, die keine Familie haben, sind meist begeistert bei jedem Teamevent dabei. Das kann Unfrieden im Team bedeuten. Unterschiedliche Bedürfnisse und daraus entstehende Konflikte werden aber nicht immer thematisiert. Sollte Präsenzpflicht bei einem Event ausgesprochen werden, führt das bei manchen Mitarbeitern zu Familienstress und innerem Widerstand. Dass das keinen der erwünschten psychologischen Effekte hat, ist wenig erstaunlich. Es kommt darauf an, den passenden Event zum richtigen Zeitpunkt zu finden.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Teambuilding-Event

Die relevante Frage ist für jeden Verantwortlichen, ob Incentives mit dem Zweck des Teambuildings sinnvolle Investitionen sind oder nicht. Die Meinungen zum Thema können auf Seiten der Geschäftsleitung und der Mitarbeiter sehr unterschiedlich ausfallen.

Auf Seiten der Geschäftsleistung können Kostenargumente oder die Ansicht, dass solche Events für die Arbeitsleistungen im Team irrelevant seien, vorhanden sein. Wer den psychologischen Nutzen solcher Events nicht anerkennt, wird schwerlich davon zu überzeugen sein, dass es nützliche psychologische Effekte für Teambuilding-Events geben kann. Mancher, der im Team immer die zweite Geige spielt, kann bei einem Teamevent unerkannte Stärken ausspielen.

Zweifellos sind bei solchen Events finanzielle Ressourcen im Spiel. Diese müssen sich als gute Investition erweisen. Sie sollen beispielsweise bessere Zusammenarbeit gewährleisten, Konflikte im Team auflösen und eine bessere Rollenverteilung im Team erbringen. Events können motivationsfördernd wirken. Sie können dazu führen, dass man sich gegenseitig wertschätzt und unterstützt. Dem steht entgegen, dass viele Mitarbeiter nichts von Team-Events halten.

Eine interessante Umfrage aus Großbritannien

Es gibt ein Gefälle zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitern, sowie verheirateten und ledigen oder ungebundenen Mitarbeitern. Jüngere Mitarbeiter ohne Familie sind eher für Teambuilding-Events zu begeistern als ältere, die Familie haben. Das ergab eine Umfrage, die Vodafone und YouGov in Großbritannien durchführten. 1.000 britische Arbeitnehmer wurden zum Thema befragt. Sie sollten lediglich ihre Meinung äußern, nicht jedoch die psychologischen Effekte oder den Erfolg solcher Events beleuchten. Viele Mitarbeiter betrachten dem Ergebnis der Befragung nach Teambuilding-Events als überflüssig.

Es ergab sich, dass Teamevents bei vielen britischen Firmen üblich sind. Sie werden von der Geschäftsleitung als sinnvoll angesehen. Unternehmen sehen in effektiver Teamarbeit einen Weg zu gesteigerter Produktivität und Kreativität. Zudem gilt als ausgemacht, dass Teamarbeit Mitarbeiter zufriedener macht. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Im Team getroffene Entscheidungen brauchen länger als Ad Hoc-Entscheidungen einzelner Mitarbeiter. Das wiederum kann einen negativen Effekt auf die Kundenzufriedenheit haben. Arbeitsergebnisse einzelner werden nicht fristgerecht erbracht. Das kann das gesamte Team in die Bredouille bringen.

Teambuilding-Maßnahmen und ihre Effekte

Unter den 1.000 befragten britischen Arbeitnehmern hatten schon 66 Prozent Teambuilding-Events erlebt und mitgemacht. Manche sogar mehrfach. Genannt wurden Teamevents wie

  • gemeinsame Kneipenbesuche
  • gemeinsame Restaurant-Besuche
  • Tagesausflüge mit dem Team oder der Firma
  • oder Wochenendveranstaltungen.
Psychologische Effekte bei einem Teamevent
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Überraschenderweise äußerten viele Befragte die Ansicht, dass solche gemeinsamen Erlebnisse nichts zur Arbeitsleistung oder zur Team-Effektivität beigetragen hätten. Die Befragten fanden weitere Teamevents überflüssig. Sie äußerten die Ansicht, dass bessere Arbeitsbedingungen brauchbarere psychologische Effekte erzielen würden.

Die Befragten äußerten, dass eine andere Arbeitsatmosphäre mehr individuelle Unterstützung bedeuten würde. Außerdem müssten unzureichende oder ungeeignete Team-Kommunikation verbessert werden. Es müssten flexiblere Arbeitszeiten angeboten werden. Nur 26 Prozent der Befragten fanden, Teambuilding-Aktivitäten sollten häufiger veranstaltet werden. Die bisher erlebten Teamevents hätten ihrer Ansicht nach die Effektivität und die Zusammenarbeit mit Teamkollegen verbessert.

Interessant war in dieser Meinungsumfrage die Auswertung der Meinungen nach Altersgruppen. Unter den 18-24jährigen Mitarbeitern meinten 42 Prozent, Teambuilding-Events seien sinnvoll. 40 Prozent äußerten sich gegenteilig. In der Gruppe der über 55jährigen Mitarbeiter befanden 75 Prozent der Befragten, dass Teambuilding-Events nicht mehr Effektivität erbringen. Nur 10 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe dachten gegenteilig. Am besten schnitten unter den Befragten soziale Events ab. Vertrauensübungen im Team oder mit einzelnen Kollegen fanden hingegen deutlich weniger Mitarbeiter hilfreich.

Persönliche Befindlichkeiten beeinflussen den Erfolg

Fakt ist, dass diese Umfrage nur Meinungen abgefragt hatte. Doch Befindlichkeiten und Meinungen von Mitarbeitern beeinflussen letztlich auch, welche psychologischen Effekte solche Maßnahmen haben können. Wenn alle mitmachen und an dem Event interessiert sind, sind die besten Effekte erzielbar. Wenn es scheinheilige Absagen hagelt und immer dieselben Kollegen mitmachen, wird sich kaum etwas ändern. Interessant ist nun die alternative Auswertung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Forschung bestätigt nämlich in 131 Studien, dass Teamevents zu besserer Zusammenarbeit und mehr Effektivität führen.

Ein von sieben Wissenschaftlern initiiertes Forschungsprojekt an der „University of Central Florida“ evaluierte die Ergebnisse von 131 unterschiedlichen Untersuchungen zum Thema. Veröffentlicht wurde diese Meta-Analyse unter dem Titel „Does Team Training Improve Team Performance?“. Autoren waren Eduardo Salas und Deborah Diaz Granados et alii. Die Forscher ermittelten anhand von 60 verschiedenen Parametern, dass Teambuilding-Veranstaltungen als häufigste firmeninterne Entwicklungsmaßnahme für Arbeitsteams sehr erfolgreich sind. Die positiven psychologischen Effekte sprechen für die Veranstaltung solcher Events. Anhand von vier der 60 festgelegten Studien-Parameter soll das verdeutlicht werden:

1. Zielvereinbarung

Wenn einzelne Kollegen bei der Zielplanung von Events einbezogen werden, fühlen sie sich enger mit dem Betrieb verbunden. Sie sind motivierter, engagierter und fühlen sich emotional beteiligt. Der Erfolg der Veranstaltung, des Teams und der Firma liegt ihnen stärker am Herzen.

2. Zwischenmenschliche Beziehungen

Verbesserte persönliche Beziehungen wirken sich im Arbeitsalltag aus. Das Vertrauen in die Kollegen wächst, das Team wächst enger zusammen. Erfolgreiche Unternehmen verfügen über ein hohes Maß an Vertrauen unter den Mitarbeitern. Teammitglieder arbeiten effektiver, wenn sie sich besser kennen.

3. Problemlösungsfähigkeiten

Bei Event-typischen Trainingsaufgaben müssen Mitarbeiter sich neuen Herausforderungen stellen. Sie müssen neue Lösungswege finden. Die Lösung gelingt oft nur, wenn das Team den eigenen Horizont erweitert. Es muss offener für andere Lösungswege werden. Das stärkt den Umgang mit Alltagsschwierigkeiten am Büro-Arbeitsplatz.

4. Rollenklärung

Kommunikation und Kooperation verbessern sich nachweislich durch Teambuilding-Events. Die Rolle der einzelnen Teammitglieder wird gestärkt oder geklärt. Sie kann gegebenenfalls neu definiert werden. Wenn Teams effektiver arbeiten, steigert das die Produktivität und den Erfolg des Unternehmens im Ganzen. Daraus wird ersichtlich, dass bei solchen Events positive psychologische Effekte entstehen.

Teambuilding-Events – ja oder nein?

Teams, die nicht miteinander harmonieren, torpedieren letztlich die Ziele des Unternehmens. Daher sollten Unternehmen durchaus darüber nachdenken, ob diese Investition ihrem Unternehmen nützt. Die Befindlichkeiten der Mitarbeiter sind aber eine nicht unerhebliche Bremse gegenüber solchen Events.

Neue Mitarbeiter lernen ihre Kollegen bei Teamevents sicher besser kennen. Es ist aber auch möglich, dass ein Zuviel an solchen Events kontraproduktiv wirkt. Wer sich wegen einer überambitionierten Abteilungsleiterin plötzlich damit konfrontiert sieht, dauernd Teamevents mitmachen zu müssen, kann sich damit sehr unwohl fühlen. Vor allem aber möchte er sich trotz der Berücksichtigung persönlicher und familiärer Bedürfnisse oder der Notwendigkeit der Regeneration nicht das Image einer „Spaßbremse“ erarbeiten. Es entstehen psychologische Effekte, die nicht zielführend sind.

Langjährige und ältere Mitarbeiter sind es hingegen leid, ständig von ihren Kollegen umgeben zu sein. Sie sind oft froh, wenn sie den Arbeitsalltag endlich hinter sich lassen können. Das Genervt-Sein betrifft zwar nicht alle älteren Kollegen, aber doch einen erheblichen Teil. Damit wird klar, dass Teamevents, die sich bevorzugt an die Youngster richten, an älteren Kollegen vorbeilaufen. Mit Bungee-Jumping und Kart-Fahren kann man nicht alle Kollegen hinter dem Bürostuhl hervorlocken.

Altersgruppen und Geschlecht bei Events berücksichtigen

Zwar müssen Arbeitsteams, in denen zwei oder drei Generationen zusammenarbeiten, nicht weniger effektiv arbeiten. Die jüngerenn Team-Mitglieder können oft sogar sehr von der Erfahrung der älteren Mitarbeiter profitieren. Die Youngsters hingegen bringen technisches Know-how und frische Blickwinkel ein, die dem Team vielfältigere Ressourcen und Herangehensweisen verleihen. Doch ein erfolgreicher Teamevent muss die Bedürfnisse unterschiedlicher Altersgruppen unter einen Hut bringen. Das dürfte nicht immer leicht sein. Auch geschlechtsspezifische Bedürfnisse können sich beim Teambuilding als hinderlich erweisen.

Psychologische Effekte lassen sich nur erzielen, wenn alle gemeinsam Spaß am geplanten Event haben und mitmachen. Das Teamevent sollte nicht in Stress ausarten. Dtress gibt es im Büroaltag schon genug: knappe Deadlines, Überstundenstress, hohe Anforderungen, ungute Arbeitsstrukturen, Ineffizienz und schwelende Konflikte verlangen nach Entlastung. Solche verkrusteten Strukturen aufzubrechen, verlangt einiges an Fingerspitzengefühl. Möglicherweise ist ein Teamevent eine gute Idee. In anderen Fällen wäre eine Meditation aber sinnvoller. Es sollte daher gut überlegt werden, welche psychologischen Effekte erzielt werden sollen.

Ein stärkeres Wir-Gefühl entsteht nur, wenn die Kollegen eines Teams gemeinsam eine Aufgabe lösen müssen. Beide Parteien sollten Spaß an dieser Challenge haben. Sie sollte aber machbar bleiben. Wenn Kollegen mit Höhenangst sich gezwungen sehen, einen Höhenparcours im Kletterwald mitzumachen, kann die ganze Angelegenheit zum Alptraum werden. Der psychologische Effekt wäre entsprechend. Heutzutage stehen die verschiedensten Konzepte und Anbieter für Teambuilding-Events im Internet zur Verfügung. Vom Crossgolfen bis zur Wildwest Challenge reicht die Event-Palette.

Doch es geht bei einem Teamevent nicht um Spektakuläres, sondern um die Förderung von Teamgeist und Teamspirit. Ob dabei branchenspezifisches Know-how einfließt oder ganz neue Abenteuer bestanden werden müssen, sollte der Vorstand überlegen.

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